Neulich traf ich mich mit meiner Freundin zum Essen beim Italiener. Neben uns am Tisch eine gertenschlanke Dame, ich seufzend „Ich wünschte, ich hätte auch so eine Figur!“ gesagt und gleich fühlten sich meine fünf Kilo zu viel auf den Rippen an wie zehn und bei der riesigen Pizza, welche der Kellner just in diesem Moment vor mir abstellte, bekam ich ein schlechtes Gewissen.
Meine Freundin jedoch machte einen höchst interessanten Kommentar: „Warum vergleichst du dich nicht mit der Dame da hinten?“ Sie nickte in Richtung eines anderen Tisches, an dem eine stark übergewichtige Frau hockte. „Ich wette mit dir, sie würde alles geben, um deine Figur zu haben!“
Ich war baff. Und erkannte: Sie hat Recht!
Vergleiche rauf und runter
Wir Menschen vergleichen immer und ständig und tun dies, um Dinge inklusive uns selbst besser einordnen zu können. Doch dies zieht oft, wie Wissenschaftler belegen, negative Gefühle nach sich. Logisch, wenn wir uns immer mit dem Nächstgrößeren, -besseren, -schnelleren vergleichen: Es hat zur Folge, dass wir uns immer klein, schlecht und doof fühlen und nie ankommen, nie zufrieden, nie im Hier und Jetzt sind.
50.000 Euro und ein kleines Gedankenexperiment
Stell Dir vor, Du hast 50.000 Euro auf Deinem Konto liegen. Verglichen mit Jeff Bezos, dem reichsten Mann der Welt, wärst Du arm. Doch was glaubst Du, würde ein Obdachloser sagen? Für ihn wärst Du wahrscheinlich reich.
Das Interessante ist: Obwohl sich auf Deinem Bankkonto nichts verändert hat, ändert sich Deine Bewertung dieser Summe (und das Gefühl, was Du dabei hast, also ob Du Dich arm oder reich fühlst) durch das Inrelationsetzen.
Vergleiche mit positivem Outcome
Deswegen ist es ratsam, Dinge in positive Relation zu setzen, Vergleiche zu machen, die ein positives Gefühl hinterlassen. Damit meine ich nicht, dass wir nur noch arrogant und selbstzufrieden still stehen, natürlich dürfen wir Ziele und Wünsche haben. Doch es fällt mir wesentlich leichter, anstelle einer Pizza mal einen Salat zu bestellen, wenn ich mich wohl fühle, als wenn ich mich schlecht und nicht gut genug empfinde. Da bestell ich mir aus Frust nämlich gleich noch eine zweite Pizza.
Deswegen: ausatmen, positiven Vergleich ziehen – einatmen und überlegen, was ich wirklich verändern will und ob es vielleicht sogar okay ist, fünf Kilo mehr auf der Hüfte zu tragen.

Oder was meinst Du?
Eine Antwort
Was ist das für ein bescheuerter Ratschlag? Ich kann damit nichts anfangen Sorry